Tippster Origins

Es war ein kalter und grauer Tag in einem der Vorlesungsräume der Karlshochschule International University. Die Vorlesung zog genau wie das Wetter nur schleppend ans uns vorbei. Nach einer knappen Stunde beendete der Prof einen gewaltigen Monolog und erreichte, nach einigen technischen Schwierigkeiten, endlich die dritte Vorlesungsfolie. Die Langeweile schnitt langsam aber sicher die Motivationskurve und war auf dem Weg zu ihrem Höhepunkt. Als erste Gespräche von den einzelnen Gruppentischen zu hören waren und mein Sitznachbar Max ein Flugsimulations-Spiel auf seinem Smartphone spielte, dauerte es nicht lange, bis auch meine Aufmerksamkeit vollkommen abwanderte. So kam es, dass ich mein Handy zückte, die Eurosport-App öffnete und die anstehenden Champions-League Spiele genauer unter die Lupe nahm. Ich ging einige Szenarios durch und kam dann schließlich mit einigen wahrscheinlichen Spielausgängen im Kopf zum Schluss. Max düste gerade mit seinem Eurofighter Typhoon etwa zwei Meter über dem Atlantik, mit dem Ziel, die Grenzen seines fliegerischen Könnens auszutesten. Obwohl er sich immer weiter der Wasseroberfläche näherte und hochkonzentriert versuchte, den Jet nicht zu crashen, widmete er einen Teil seiner Aufmerksamkeit meiner Frage: “Was meinst du, wer schafft’s ins Halbfinale?”. Im Anschluss an eine hitzige Debatte, die auf qualitativer Ebene Züge einer Sky-Expertenrunde annahm, waren wir uns einig, dass wir uns nicht einig waren. Die ewige verbale Schlacht zwischen Fans zweier Bundesliga-Rivalen wollte auch an diesem Tag noch nicht zu Ende gefochten sein. Als Max anfing zu sagen “Du wirst schon sehen. Ich tippe…” fiel mir wie aus dem Nichts die Idee wieder ein, die mir etwa zwei Wochen zuvor gekommen war. Wie wäre es mit einer App. Eine App zur anstehenden Fußball Weltmeisterschaft, die es einem erlaubt, Tippgemeinschaften denkbar einfach zu verwalten – und das alles verpackt in einem schicken Design. Ich signalisierte Max, dass ich seinen so genannten “Expertentipp” zur Kenntnis genommen hatte und erzählte ihm von meiner Idee. Zu meiner absoluten Verwunderung machte Max zum ersten mal vom “Pause-Button” innerhalb seiner App gebrauch. Er legte sein Handy beiseite und nahm sich einen Moment Zeit, um sich das soeben Gehörte durch den Kopf gehen zu lassen. Mit zusammengekniffenen Augen sah er für einige Zeit geradeaus ins Leere. Für den Professor muss es den Anschein gemacht haben, als würde sich Max plötzlich zutiefst für den gerade vorgestellten Vorlesungsinhalt interessieren. Tatsächlich ratterten bei Max die Gehirnzellen. Sie waren jedoch vielmehr damit beschäftigt, der Kombination aus “Tippgemeinschaft”, “App” und “Weltmeisterschaft” verschiedene Formen zu geben. “Wie wäre es mit…”, begann Max. Von Zeit zu Zeit unterbrochen von der Bitte des Profs, unsere Lautstärke etwas zu drosseln, folgte ein intensiver Ideenaustausch, der die Vorlesung, die um 19 Uhr ein Ende fand, sogar überdauern sollte. 

One Response

  • Armin
    Mai 16, 2014

    wünsche euch viel Erfolg
    Hier bewahrheiten sich wieder zwei Gesetze der Lebensentfaltung von Nikolaus B. Enkelmann:
    „Aus dem kleinesten Gedankefunken kann ein leuchtendes Feuer werden…“
    und
    „Glaube führt zur Tat, Konzentration führt zum Erfolg und Wiederholung führt zur Meisterschaft““
    siehe auch
    http://www.enkelmann.de/index.php?p=content&id=15&name=gesetze-der-lebensentfaltung&area=1
    Hoffe, dass hier bald die halbe „Wettwelt“ brennt und ihr mächtig Erfolg haben werdet…

    Armin Mai 16, 2014
    Antworten

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