Land in Sicht

Zu Pascals letzten Eintrag fällt mir spontan eine Geschichte ein. Diese Geschichte beschreibt , wie ich finde, unseren bisher beschrittenen Weg sehr gut: Es gab einmal eine Frau, die als erste Person den Ärmelkanal schwimmend überqueren wollte. Der letzte Streckenabschnitt war sehr nebelig, die Sichtverhältnisse sehr schwach. Kurz bevor sie das lang ersehnte Ufer erreichte, brach sie ab. Niemand konnte verstehen wieso, denn sie hatte es ja schon so gut wie geschafft – von Außen betrachtet. Die Erklärung dafür war einfach: durch den Nebel konnte sie nicht einschätzen wie lange sie noch schwimmen musste, und hatte daher kein Gefühl dafür, wie weit sie bisher gekommen war. Was hat diese Geschichte mit Tippster zu tun?! Nun ja, wir wurden auch so zu sagen ins kalte Wasser geworfen (oder hatten uns besser gesagt selbst mit einem Seemannsköpfer vom 10-Meter-Brett reingestürzt) und fingen mal an zu schwimmen – ohne zu wissen, wie weit unser Ziel entfernt war, geschweige denn wo das Ziel überhaupt liegen sollte. Auf unserem langen Weg wurde uns immer klarer, wie weit und wohin wir kommen wollten. Wir hatten unsere Ziele also nach und nach klarer definiert, beziehungsweise sie haben sich immer genauer am Horizont abgezeichnet, um in der Metapher zu bleiben. Zwischendurch wird es auch mal “neblig” – sprich es gab und gibt immer noch viele Situationen, in denen wir unser Ziel aus den Augen verloren hatten. Wir beißen aber unsere Zähne zusammen und schwimmen weiter. 

Wenn wir unser Ziel zwischenzeitlich nicht sehen können, weil wir uns zum Beispiel durch einen Berg von Büchern zu AGBs kämpfen mussten, verlassen wir uns auf unsere Intuition – es gab da ja mal eine (semi-) wissenschaftliche Studie, die behauptete, dass die menschliche Intuition in 80% der Fälle richtig liegt. Das können wir zum aktuellen Zeitpunkt für uns bestätigen. Wenn man zur Beantwortung einer Frage mal keinen Experten zur Hand hat und auch anderweitig keine Informationen beziehen kann (was sogar in Zeiten von Google und Co mal vorkommen soll), dann muss man sich eben auf sein Bauchgefühl verlassen. Wenn eine übergeordnete, vielleicht gewagte Vision – in unserem Fall eine Nutzerzahl in schwindelerregender Höhe und die Vorstellung, in der S-Bahn mal jemanden zu treffen, der gerade am Tippstern ist – fest im eigenen Denken verankert ist, leistet die Intuition überraschend gute Arbeit! Außerdem kann das zu  großen Motivationsschüben führen, wie gerade jetzt, um halb zwei nachts.

Wir stehen mittlerweile kurz vor der offiziellen Veröffentlichung unserer App, und sind natürlich alle gespannt auf die Reaktionen – wird unser Konzept angenommen? Hat sich irgendwo ein Denkfehler eingeschlichen? Oder wird alles wunderbar und reibungslos ablaufen? Wahrscheinlich nicht. Aber gerade das macht den Reiz des gesamten Projekts aus, Entscheidungen müssen quasi im Minutentakt getroffen werden – oft ohne zu wissen welch weitreichende Konsequenzen das haben wird. Intuitive Improvisation könnte man das nennen. Noch zwei Wochen zum WM Start – (Deutsch)Land ahoi!

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