Erste Schritte

In der Zwischenzeit ist viel passiert, denn auf einmal ging alles sehr schnell. Max und ich ließen unsere ersten Ideen erst einmal sacken und vereinbarten dann relativ schnell ein erstes Treffen. Als das Konzept dann schon quasi stand, fiel uns etwas auf. Denn da war doch noch eine Kleinigkeit: Wer programmiert das Ganze eigentlich? Denn weder Max, noch ich, noch irgendeine Person aus unserem Freundeskreis konnte programmieren.

Option A: Aussteigen.    Option B: Programmierer suchen.

Wir entschieden uns natürlich für letzteres, denn wir hatten ja eine der größten Technik-Hochschulen Deutschlands direkt vor der Haustür: das Karlsruher Institut für Technik, kurz KIT. Wir stellten eine Ausschreibung zusammen, bewaffneten uns mit einigen Kopien und machten uns auf den weiten Weg, an dessen Ende ein Programmierer stehen sollte. Wir stolzierten also grinsend Richtung KIT und besprachen eine Strategie zur Auswertung der eintreffenden Bewerbungen. Am Ende dieser Besprechung stand ein ausgeklügeltes System, das uns ziemlich sicher die Crème de la Crème identifizieren lassen sollte. Innerhalb von einer Woche sollte der finale Kandidat feststehen; die Umsetzung umgehend beginnen. Unsere Erwartungen wurden, wie erwartet, nicht erfüllt. Zeitgleich hatten wir unsere Ausschreibung in diversen Facebook-Gruppen für Gründer und Informatiker veröffentlicht. “Zwei BWLer mit einer genialen Idee, die nur noch jemanden suchen, der die Idee umsetzt. Da träumt doch jeder Programmierer von!”. Wir trafen auf Spott und Hohn. Von “lernt doch programmieren” bis hin zu “wenn ihr einen Programmierer habt, wofür werdet ihr dann noch gebraucht?” war alles dabei. Nach einigen Debatten mit unseren, naja nennen wir sie “Fans”, stießen wir auf ein nettes Zitat von Elon Musk (auf dem nebenbei die Figur “Iron-Man” basiert – ein wahrer Held also): “Optimism, pessimism, fuck that; we’re going to make it happen”. Auch wenn jemand eine Rakete bauen will, ohne jemals einen Schraubenzieher in der Hand gehabt zu haben. Optimismus und Pessimismus hin oder her. Es wird schon klappen, wenn man es wirklich will. Und wir wollten es unbedingt. Unbedingt! Einen riesigen Schritt machten wir, als wir das notorische Marketing-Genie Philipp ins Boot holten. Er brachte frischen Wind in unser Vorhaben und durch einen seiner Kontakte saßen wir plötzlich einem Programmierer gegenüber. 18 Jahre alt. Frisch gebackener Abiturient. Unsere komplette Hoffnung lag bei ihm. Wir hatten unsere Standard-Phrasen hoffnungslos abgespult, um unser Anliegen zu präsentieren. Plötzlich packte er einen Block und Stift aus und begann, wie wir erst später verstanden, eine Visualisierung einer Datenbankstruktur aufzumalen. Er warf mit Begriffen um sich, die wir noch nie zuvor gehört hatten. Und dann war uns klar: “Das ist unser Mann”. 18 Jahre alt. Frisch gebackener Abiturient. Programmier-Ass.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.