Endlich erwachsen

Mittlerweile haben wir unseren Hochschulabschluss in der Tasche, haben Arbeitserfahrung bei Unternehmen wie Google und Lufthansa sammeln können, und haben zwei Jahre mehr auf dem Buckel. Mit uns ist natürlich auch Tippster gereift: das Design wirkt nun frischer, die Funktionalität ist umfangreicher, der Registrierungsprozess schlanker und die Bedienung intuitiver.

 

Kurz gesagt: das Konzept wurde endlich zu Ende gedacht.

 

Entscheidend hierfür war nicht nur die Entwicklung die wir persönlich hingelegt haben, sondern auch, dass wir endlich mehr Zeit und Raum hatten, uns Tippster zu widmen. Vor der WM 2014 waren wir parallel noch im Prüfungsstress und hatten außerdem verdammt wenig Zeit – die Idee entstand ja erst knapp drei Monate vor dem Eröffnungsspiel. Der dadurch entstandene Druck war sicherlich nicht besonders förderlich. Es ist allgemein bekannt, dass die Gehirnkapazität besonders in den Bereichen, die für kreatives Denken und kognitive Fähigkeiten elementar sind, stark verringert ist, wenn wir unter Druck stehen. Gute Ideen kommen daher meistens, wenn wir physisch und mental eigentlich ganz wo anders sind.

 

Als wir endlich mehr Zeit und das Studium hinter uns hatten, konnten wir dies beobachten: plötzlich kamen uns völlig neue Denkansätze und Ideen, die dem Konzept den benötigten Feinschliff gaben. Lief ja alles wie geschmiert, oder? Eigentlich schon, das Problem war nur, dass wir die Räumlichkeiten unserer Hochschule als Absolventen nicht mehr nutzen konnten. Ein Büro konnten wir uns nicht leisten, also bewarben wir uns für diverse Inkubatorenprogramme, die Büroflächen und teilweise beachtliche Ressourcen bieten. In der Zwischenzeit trafen wir uns 1-2 Mal pro Woche in Cafés. Dort holten wir das Maximum aus jedem Getränk heraus und nutzten währenddessen das kostenfreie WLAN.

 

Als obdachlose Gründer muss man eben schauen wo man bleibt!

 

Wir merkten schnell, dass die genervten Blicke der Kellner ähnlich wie der damalige Prüfungsstress Auswirkungen auf unsere Kreativität bzw. Produktivität hatten. Außerdem wollten wir einfach unbedingt unsere eigene Bude. Also intensivierten wir unsere Bemühungen nach bezahlbarer Bürofläche und stoßen auf Robert Koning. Robert ist ein holländischer Investor, der bereits mit dem Deutschen PR Preis ausgezeichnet wurde, selbst mit 21 Jahren sein erstes Start-Up gründete und mittlerweile am Aufbau von internationalen Großkonzernen, KMUs und eben Startups tätig ist.

 

Während unserem Pitch machten wir ihn erst einmal darauf aufmerksam, dass sich die Oranje nicht für die EM qualifiziert hat – hätte ja sein können, dass ihm das entgangen ist… Obwohl Robert daher nicht unbedingt zu unserer Zielgruppe gehören wird, war er hin und weg von unserer Idee und machte uns prompt ein Angebot: Er möchte uns in sein Inkubatorenprogramm aufnehmen und durch seine Erfahrung und sein persönliches Netzwerk sicherstellen, dass Tippster “durch die Decke geht”.

 

Klar, wir hatten sowieso keine Wahl. Aber trotzdem hat sich die Sache richtig angefühlt – wir fühlten uns direkt wohl. Der Vertrag war innerhalb kürzester Zeit unterschrieben, und als erstes Zeichen seiner Hilfsbereitschaft stellte Robert direkt einmal Kontakt zum Sport1 Geschäftsführer her. So einfach kann’s gehn! Wir zogen direkt in unser Büro ein, und teilen uns auf etwa 60 Quadratmeter einen Raum mit der RumBrum GmbH, die Mitfahrgelegenheiten für Menschen mit gemeinsamen Interessen vermittelt. Nebenan sitzt zum Beispiel noch Papershift, ein Unternehmen, dass eine Software zur Dienstplanung entwickelt hat.

 

Endlich keine Straßen-, sondern frische Start-Up Luft!

 

Die ersten Tage waren wir hin und weg, mussten erst einmal ankommen. Dann trat relativ schnell der Alltag ein und einher gingen ziemlich produktive Work Sessions. Face-to-face auf täglicher Basis (ohne die wütenden Blicke einer genervten Bedienung) lässt es sich einfach deutlich besser arbeiten. Witzigerweise kamen uns in dieser neuen Umgebung so viele Ideen, dass wir plötzlich wieder in Zeitdruck gerieten. Nun ja, unser Programmierer Maik, um ehrlich zu sein, denn im Gegensatz zu uns studiert er noch nebenbei. Als er wusste was nun alles auf ihn zukommen wird, teilte er uns mit, dass er die technische Umsetzung nicht mehr alleine stemmen könne.

 

Er hatte zum Glück noch ein Ass im Ärmel: Nico, mit dem er schon gemeinsam die E-Learning Plattform eClip entwickelt hat. Also führten wir Nico zum Essen aus und hielten um seine Programmierhände an. Einen Ring gab es für ihn nicht, dafür aber massenweise Arbeitspakete. In die gemeinsamen Flitterwochen geht es dann in die App Stores, voraussichtlich Mitte Mai. Vorausgesetzt, die nörgelnde Schwiegermutter Apple spielt mit…

2 Responses

  • Tim K.
    Apr 29, 2016

    Dann mal weiterhin viel Erfolg 😉

    Tim K. Apr 29, 2016
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  • Tobias Hegner
    Mai 2, 2016

    Eine tolle Geschichte! Alles Gute auf dem Weg zu den naechsten Meilensteinen!

    Tobias Hegner Mai 2, 2016
    Antworten

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